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Donnerstag, 18. Oktober 2018
um 18 Uhr
in der Traditionskneipe Alt Hochfeld
Eigenstraße 50 in 47053 Duisburg-Hochfeld | Zukunfsstadtteil
Anmeldung - wegen der begrenzten Plätze - bitte an:
thekenlatein@zukunftsstadtteil.de
Der Eintritt frei, Spenden sind erwünscht.

 
Thekengespräche: März, Juli, November |
Zweiter Donnerstag | 19.00 Uhr
Traditionskneipe „Alt Hochfeld“,
Eigenstraße 50 |
Veranstalter: Institut Z
für Migration und Quartiersentwicklung
(gemeinnützige UG)
in Zusammenarbeit mit
dem Verein Zukunftsstadtteil.
THEKENLATEIN


Unser aktueller Gast

Prof. Peter Finke stellt "LOB DER LAIEN - Eine Ermunterung zum Selberforschen" im Zukunftsstadtteil vor

im Zukunftsstadtteil



Der Architekt Harald Jochums, Freund und kritischer wie konstruktiver Geist in Duisburg, hat Prof. Finke vorgeschlagen. Vielen Dank an Harald für den Kontakt und die Organisation und für die nachstehenden Informationen. Wir freuen uns im Zukunftsstadtteil ganz besonders auf "LOB DER LAIEN - Eine Ermunterung zum Selberforschen", weil wir gerade ein Feldforschungsprojekt zusammen mit Nachbarn begonnen haben. Gerne dürfen Sie die Einladung weiter geben.

Und nun unser Wegbegleiter und Mitstreiter Harald Jochums:

"LOB DER LAIEN - Eine Ermunterung zum Selberforschen", so hat der Wissenschaftstheoretiker (Prof.) Peter Finke sein neuestes Buch über den Stand und Zustand der aktuellen Wissenschaften genannt - eine scharfe Kritik an der aktuellen professionellen Wissenschaft, wie sie an unseren Universitäten und in den großen Forschungsabteilungen der Industrie betrieben wird. Er erläutert schlüssig, auf welchen Irrwegen sich die konventionelle Wissenschaft befindet, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Steuerung durch Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Sie hat dadurch ihre Freiheit großenteils verloren.

Demgegenüber will er uns Laien und Amateuren Mut machen, selbst nachzudenken, sich zu engagieren und sich selber auf eigene Forschungsreisen zu begeben - für einen Berufswissenschaftler ungewöhnlich und riskant.

Bild Lob der Laien
Bild Lob der Laien


Wie ernst er es damit meint, zeigt ein kleiner Blick auf seinen Lebenslauf (Wikipedia, 6.10.18):

"2006 trat er aus Protest gegen die Übergriffe der Politik auf die Wissenschaft bei der Bologna-Reform freiwillig vor der Pensionsgrenze aus dem regulären Dienst aus und kritisierte eine „Mitschuld" der Wissenschaft an der Reform." Also: Nicht nur dozieren, sondern auch danach handeln. Auch das eher ungewöhnlich für einen erfahrenen, im aktuellen Wissenschaftsbetrieb gut etablierten Universitätsprofessor. An unserem Abend wird Peter Finke zunächst eher knapp den Rahmen erläutern, in dem sein Buch und dessen Thesen entstanden sind. Aber er legt dann einen besonderen Wert auf die anschließende Diskussion und hofft, daß sich die Zu- bzw. Mithörer und Mitmacher vorher ein wenig über das Thema informiert haben. Ein Blick in das nachfolgend verlinkte E-Book kann somit nur nützen. Drüberhinaus kann man es auch noch selber erstehen, in die Hand nehmen, aufschlagen und lesen. Möglichst auch noch in einer Buchhandlung ihres Vertrauens und Stadtteils. Mit seiner Arbeit und seinen Thesen passt Peter Finke inhaltlich und auch zeitlich in die Arbeit des Hochfelder "Institut Z" und den Zukunftsstadtteil. Es lohnt sich also, ihm zuzuhören und mit ihm zu diskutieren.

Bild Lob der Laien
Bild Lob der Laien


Werdegang Geboren 1942 in Göttingen, Studium in Göttingen, Heidelberg und Oxford (St. Catherine's College). Krankheit 1972 bis 1978. Promotion in Wissenschaftsphilosophie Göttingen 1977, Habilitation Bielefeld 1979. Gastprofessuren in verschiedenen Ländern. Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie Bielefeld ab 1982, für einige Jahre zusätzlich Stiftungsprofessor für Kulturökologie an der Privatuniversität Witten-Herdecke, Dekan 1986 -1988, Ehrendoktor 2004 Debrecen/Ungarn. 2006 Aufgabe des Lehrstuhls auf eigenen Wunsch. Nebenbei ehrenamtliche wissenschaftlicheTätigkeit in Zeitgeschichte, Naturschutz, Wirtschaftstheorie und zur Nutzung des Internets für politisches Engagement. Finke hat eine neue Form der Kulturtheorie nach Gregory Bateson entwickelt, er ist einer der Begründer der Ökologischen Linguistik, und gilt heute als einer der besten Kenner der verschiedenen amateurwissenschaftlichen Aktivitäten. Wichtigste Bücher: Die Vielfalt der Wechselwirkung (Festschrift 2003), Die Ökologie des Wissens 2005, Citizen Science 2014, Freie Bürger - freie Forschung 2015, Lob der Laien 2018. Soweit der Text von Harald Jochums Weitere Informationen: wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Finke_(Wissenschaftstheoretiker) Informationen zum Buch (erschienen im Ökom-Verlag 2018): https://www.oekom.de/index.php?id=2623

Aus dem Fazit des Teil I des Buches zitiere ich gerne (Seite 42):

"Die ehrenamtlich arbeitenden Amateure retten die Erde eher als die Profis ...

Es sind nicht die akademischen Profis, sondern die ehrenamtlichen Amateure, die sich konkret um den Zustand unserer Erde kümmern, die schon die kleinen Anzeichen wahrnehmen, die inzwischen vielfach gar nicht mehr so klein sind, die Früherkennung vor Ort betreiben, sich aller Überheblichkeit und Häme zum Trotz auf die Nähe konzentrieren, statt nur in der Ferne lohnenswerte Wissensziele zu sehen. Es sind die ungebundenen, freien, nur ihrem eigenen Verstand verantwortlichen Laien, die Basiswissenschaft betreiben, im Bereich der Natur und der Kultur, statt nur im Gehäuse eines Fachbereichs nach den dort vorgegebenen Regeln zu tanzen. Paul Feyerabend hatte Recht, als er sagte: »Nur die Laien können die Experten kontrollieren.« Seien wir also froh, dass wir Amateure sein dürfen, Liebhaber unserer Gebiete, nicht Lohnempfänger, Angestellte, Beamte, Werkzeuge. Genießen wir die Freiheit, keinen Vorgesetzten zu haben, jederzeit über jeden Tellerrand schauen zu dürfen, wenn uns die angebotenen Erklärungen nicht ausreichen. ... . Im Zweifel ist dies die bessere, zukunftsfähigere Form der Wissenschaft. Vielleicht auch ein Modell von Ernsthaftigkeit, an dem eine Berufswissenschaft, die nach neuer Orientierung suchte, nicht vorbeikäme. Insofern werden die nächsten Jahrzehnte spannend, denn in ihnen muss all dies wohl passieren, wenn wir die Erde retten wollen."

 
 

 

Thekenlatein

Gespräche & Kultur am Tresen

Wir melden uns aus Hochfeld, dem bekannten Stadtteil, der bislang weniger für Hochkultur berühmt ist. Das wollen wir mit einem kleinen Schritt ändern.

Ort: „Alt Hochfeld“

Duisburg-Hochfeld ist ein Schmelztiegel der Biografien. Und wo kommt man sich näher, wenn nicht an der Theke? Seit Anfang 2014 verfügen wir über die Traditionsgaststätte „Alt Hochfeld“. Die klassische Eckkneipe wurde 1957 eröffnet, als die Löhne noch in Tüten ausgezahlt und die Biere (am Zahltag) in Hektolitern gemessen wurden. Hier kamen die Kumpel und die Bewohner des Quartiers zusammen. Die Kneipe war die Drehscheibe für Netzwerke. Wir haben den Charme des Ruhrgebietes in der Kneipe belassen, nur Licht und Technik der Neuzeit angepasst. Wir nutzen unser „Alt Hochfeld“ für Veranstaltungen.

Format: Thekengespräch

Alle vier Monate laden wir Menschen mit großen oder weniger großen Namen zu uns ein, die etwas zu erzählen haben. Vorgestellt werden Unternehmungen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft oder Politik, die mit der Biografie unseres Gastes verwoben sind. Unser Gast wird (symbolisch) am Zapfhahn stehen und berichten. Das kann mit oder ohne Medienunterstützung geschehen, von einer Ausstellung begleitet sein oder als Impulsreferat stattfinden. Details bestimmt der Eingeladene. Wichtig ist genügend Raum für ein engagiertes Gespräch rund um das Thema am Tresen.

Ziel: Lebenserfahrung

Mit der Veranstaltung „Thekenlatein“ wollen wir zur Reputation eines zu unrecht geschmähten Ortes beitragen. Unser Motiv sind spannende Besucher an unserer Theke im Quartier. Der Zukunftsstadtteil Duisburg-Hochfeld ist ein Versuchslabor für Zuwanderung. Seit Beginn seiner Existenz ist Veränderung die Konstante. Ein besonders in den letzten Jahrzehnten permanentes Kommen und Gehen von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen stellt Fragen nach Identität und Heimat, nach Entstehung und Veränderung von urbaner Gesellschaft. Die Szene in Hochfeld ist nicht bestimmt von den Reichen und Schönen, mehr von Armen und Verfolgten. Dem spannenden Schmelztiegel der Ethnien fehlen Fürsprecher. Von unseren Tresengesprächen mit wichtigen Persönlichkeiten profitieren alle Seiten. Der Gast besucht eine fremde Welt und bringt seine gelebte Biografie, seine Lebenserfahrung und Reputation in unseren Stadtteil. Wir spendieren das Faßbier.