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Donnerstag, 13. Juli 2017
um 19 Uhr
in der Traditionskneipe Alt Hochfeld
Eigenstraße 50 in 47053 Duisburg-Hochfeld | Zukunfsstadtteil
Anmeldung - wegen der begrenzten Plätze - bitte an:
thekenlatein@zukunftsstadtteil.de
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

 
Thekengespräche: März, Juli, November |
Zweiter Donnerstag | 19.00 Uhr
Traditionskneipe „Alt Hochfeld“,
Eigenstraße 50 |
Veranstalter: Institut Z
für Migration und Quartiersentwicklung
(gemeinnützige UG)
in Zusammenarbeit mit
dem Verein Zukunftsstadtteil.
THEKENLATEIN


Unser aktueller Gast

Professor Hermann Strasser

im Zukunftsstadtteil



Mehr Thekenlatein war nie. Wir freuen uns auf den Besuch von Professor Hermann Strasser, der im österreichischen Altenmarkt im Pongau unter und an den Tischen der Bahnhofsgastwirtschaft seiner Eltern aufgewachsen ist. "Je mehr ich über Ihren Veranstaltungsort nachdenke," schrieb mir Prof. Strasser im Vorfeld unserer Veranstaltung, "desto öfter komme ich auf den Gedanken, dass man die Theke und den Tresen beim Wort nehmen sollte. Ich bin schließlich in einem Gasthaus aufgewachsen und habe unsere Sitzküche als wichtigen, wenn nicht entscheidenden Teil der Erschaffung meiner Welt erlebt." Und als wortgewaltiger Soziologe hat er eine so gewichtige wie amüsante Autobiografie geschrieben: "Die Erschaffung meiner Welt: Von der Sitzküche auf den Lehrstuhl." Hermann Strasser und ich sind uns im Kontext von Firmenbiografien vor zwei Jahrzehnten begegnet, die seine fachlichen Schwerpunkte an der Universität Duisburg-Essen auch tangierten: Soziologische Theorie, sozialer Wandel, soziale Ungleichheit. In diesem Kontext sei angemerkt, Unternehmensbiografien sind inhaltlich und methodisch unterrepräsentiert und wären zweifellos ein lohnendes Forschungsfeld. Ich hatte einmal das Vergnügen, eine Lesung aus Hermann Strassers Autobiografie zu hören und freue mich auf die Fortsetzung. Das zweite Thema, das angesichts einer sichtlich alternden Gesellschaft im Fokus ist, sind Auszüge und Erkenntnisse aus einer zehnjährigen Lebensmitschrift von Ende 2006 bis Ende 2016: Gesprächiges Schweigen eines Uhus: Altern – Selbstmord auf Raten?

Gereon Inger
Foto WAZ
Gereon Inger
Foto WAZ


Zur Person

Prof. em. Dr. Hermann Strasser PhD wird am 28.11.1941 in Altenmarkt/Pg. (Österreich) geboren. Er studiert Nationalökonomie und Soziologie in Innsbruck, Berlin und New York. Promotion im Jahr 1967 zum Dr. rer. oec. an der Universität Innsbruck, 1974 PhD in Soziologie an der Fordham University (Fulbright-Stipendiat 1968-71). 1976 folgt die Habilitation in Soziologie an der Universität Klagenfurt.

Von 1968 bis 1971 war er Teaching Assistant und Fellow an der Fordham University, New York, 1971/72 Gastprofessor an der University of Oklahoma, Norman, und von 1972 bis 1977 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Höhere Studien/Institute for Advanced Studies, Wien.

Ende 1977 wir er auf den Lehrstuhl für Soziologie an die Universität Duisburg-Essen berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung am 1. 3. 2007 lehrt.


Weitere Infos Wikipedia
Weitere Infos Uni Duisburg








 

Thekenlatein

Gespräche & Kultur am Tresen

Wir melden uns aus Hochfeld, dem bekannten Stadtteil, der bislang weniger für Hochkultur berühmt ist. Das wollen wir mit einem kleinen Schritt ändern.

Ort: „Alt Hochfeld“

Duisburg-Hochfeld ist ein Schmelztiegel der Biografien. Und wo kommt man sich näher, wenn nicht an der Theke? Seit Anfang 2014 verfügen wir über die Traditionsgaststätte „Alt Hochfeld“. Die klassische Eckkneipe wurde 1957 eröffnet, als die Löhne noch in Tüten ausgezahlt und die Biere (am Zahltag) in Hektolitern gemessen wurden. Hier kamen die Kumpel und die Bewohner des Quartiers zusammen. Die Kneipe war die Drehscheibe für Netzwerke. Wir haben den Charme des Ruhrgebietes in der Kneipe belassen, nur Licht und Technik der Neuzeit angepasst. Wir nutzen unser „Alt Hochfeld“ für Veranstaltungen.

Format: Thekengespräch

Alle vier Monate laden wir Menschen mit großen oder weniger großen Namen zu uns ein, die etwas zu erzählen haben. Vorgestellt werden Unternehmungen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft oder Politik, die mit der Biografie unseres Gastes verwoben sind. Unser Gast wird (symbolisch) am Zapfhahn stehen und berichten. Das kann mit oder ohne Medienunterstützung geschehen, von einer Ausstellung begleitet sein oder als Impulsreferat stattfinden. Details bestimmt der Eingeladene. Wichtig ist genügend Raum für ein engagiertes Gespräch rund um das Thema am Tresen.

Ziel: Lebenserfahrung

Mit der Veranstaltung „Thekenlatein“ wollen wir zur Reputation eines zu unrecht geschmähten Ortes beitragen. Unser Motiv sind spannende Besucher an unserer Theke im Quartier. Der Zukunftsstadtteil Duisburg-Hochfeld ist ein Versuchslabor für Zuwanderung. Seit Beginn seiner Existenz ist Veränderung die Konstante. Ein besonders in den letzten Jahrzehnten permanentes Kommen und Gehen von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen stellt Fragen nach Identität und Heimat, nach Entstehung und Veränderung von urbaner Gesellschaft. Die Szene in Hochfeld ist nicht bestimmt von den Reichen und Schönen, mehr von Armen und Verfolgten. Dem spannenden Schmelztiegel der Ethnien fehlen Fürsprecher. Von unseren Tresengesprächen mit wichtigen Persönlichkeiten profitieren alle Seiten. Der Gast besucht eine fremde Welt und bringt seine gelebte Biografie, seine Lebenserfahrung und Reputation in unseren Stadtteil. Wir spendieren das Faßbier.